Ohne Risiko hosten
1 Monat Vertraglaufzeit
03834 5139-52
Wir beraten Sie gerne.
support@estugo.de
Auch gerne per E-Mail.

Lebensmittelkennzeichnung: Neue Pflichtinformationen ab dem 13.12.2014

Gastartikeln von Protected Shop: Nachdem die großen Wellen der Verbraucherrechte-Richtlinie (VRRL) langsam abebben, kommt auf einige Online-Händler nun die nächste Gesetzesänderung zu. Mitten im Weihnachtsgeschäft, der umsatzstärksten Zeit des Jahres, sollen sich Lebensmittel- unternehmer mit den neuen Anforderungen an die Kennzeichnung ihrer Produkte befassen und diese ab dem 13.12.2014 umsetzen. Im Gegensatz zur VRRL hat der Gesetzgeber hier allerdings Übergangsregelungen vorgesehen.

Am 13.12.2014 tritt die „Verordnung betreffend die Information der Verbraucher über Lebensmittel“ in Kraft. Auch diese europäische Regelung dient dem Schutz der Verbraucher, soll darüber hinaus aber auch die Gesundheit der Bürger fördern. Zu diesem Zweck legt sie Pflichtinformationen fest, die dem Verbraucher eine fundierte Wahl der für ihn geeigneten Lebensmittel ermöglichen sollen.

Welche Informationen müssen angegeben werden?

Lebensmittelunternehmer müssen folgende Angaben zur Verfügung stellen:

  • Bezeichnung des Lebensmittels (gesetzliche, wenn nicht vorhanden, verkehrsübliche, wenn nicht vorhanden, beschreibende Bezeichnung)
  • Zutatenverzeichnis (Liste sämtlicher Zutaten in absteigender Reihenfolge samt Mengenangabe, sofern gesetzlich vorgeschrieben; die Überschrift muss das Wort „Zutaten“ enthalten)
  • Allergene und Unverträglichkeitsstoffe (in den in Anhang II der VO angegebenen Fällen unter Verwendung der gesetzlichen Bezeichnung; Kennzeichnung muss optisch hervorgehoben werden, z.B. durch Fettdruck)
  • Nettofüllmenge (in Millilitern, Zentilitern, Litern, Gramm oder Kilogramm)
  • Mindesthaltbarkeitsdatum (bzw. Verbrauchsdatum oder Datum des Einfrierens in der Form: „mindestens haltbar bis (Ende)/ zu verbrauchen bis/ eingefroren am … [Datum oder Hinweis, wo dieses zu finden ist]“, bei einer Haltbarkeit bis zu 3 Monaten: „TT.MM.“, von 3 bis 18 Monaten : „MM.JJJJ“, bei über 18 Monaten: „JJJJ“)
  • Name/Firma und Adresse des Lebensmittelunternehmers (also desjenigen, in dessen Namen das Produkt vermarktet wird)
  • ggf. Alkoholgehalt (sofern dieser über 1,2 Volumenprozent liegt in der Form: „Alkohol/Alk. … % vol.“)
  • ggf. Ursprungsland oder Herkunftsort (in den gesetzlich vorgeschriebenen Fällen, z.B. bei Fleisch)
  • ggf. besondere Anweisungen für die Aufbewahrung oder Verwendung (vor allem für die Zeit nach dem Öffnen der Verpackung, z.B. Angabe des Verzehrzeitraums)
  • ggf. Gebrauchsanleitung (wenn ohne sie eine Verwendung des Produkts in geeigneter Weise nur schwer möglich ist, z.B. bei Instant- oder Fertigprodukten, die die Zufügung einer bestimmten Menge an Flüssigkeit erfordern)
  • ggf. weitere Pflichtangaben (die bei bestimmten Inhaltsstoffen erforderlich sind, etwa enthaltenes Süßungsmittel oder Koffein)
  • Nährwertdeklaration (erst ab dem 13.12.2016 verpflichtend; dann muss zwingend angegeben werden: Brennwert, Menge an gesättigten Fettsäuren, Kohlehydraten, Zucker, Eiweiß und Salz)

Wer ist für die Kennzeichnung verantwortlich?
Um einen umfassenden Schutz der Bürger zu gewährleisten, verpflichtet der europäische Gesetzgeber Lebensmittelunternehmer auf allen Stufen der Vertriebskette zur Erfüllung der Kennzeichnungspflicht. Verantwortlich sind deshalb alle Unternehmer, die mit der Produktion, der Verarbeitung und dem Vertrieb von Lebensmitteln befasst sind. Das hat zur Folge, dass auch Online-Händler, obwohl sie die Produkte weder herstellen noch verpacken, die Pflichtinformationen zur Verfügung stellen müssen.

Wie hat die Kennzeichnung zu erfolgen?
Ebenfalls gesetzlich vorgeschrieben sind die formalen Anforderungen, die bei der Kennzeichnung eingehalten werden müssen. So sind die Angaben in Worten und Zahlen bereitzustellen. Zusätzlich dazu dürfen Symbole oder Piktogramme verwendet werden. Wie für alle Pflichtinformationen gilt auch bei der Lebensmittelkennzeichnung, dass eine klare und verständliche Formulierung verwendet werden muss. Die Angaben sind daher in einer Sprache abzufassen, die der Verbraucher versteht, etwa eine der Amtssprachen des Mitgliedstaates, in dem das Produkt planmäßig verkauft werden soll. Die Informationen müssen darüber hinaus bei allen Lebensmitteln verfügbar und leicht zugänglich sein.

Bei vorverpackten Lebensmitteln: auf der Verpackung/dem Etikett
Bei Lebensmitteln, die als Verkaufseinheit an den Kunden abgegeben werden sollen (= vorverpackte Produkte), müssen sich die Pflichtangaben entweder auf der Verpackung befinden oder auf einem Etikett, das mit dieser verbunden ist. Sie müssen an einer gut sichtbaren Stelle, dauerhaft und gut lesbar angebracht werden. Dabei muss sich die Bezeichnung des Lebensmittels, die Nettofüllmenge und ein ggf. vorhandener Alkoholgehalt innerhalb desselben Sichtfeldes befinden.

Irreführungsverbot
Natürlich gilt auch bei der Lebensmittelkennzeichnung das Irreführungsverbot. Vor allem darf bei den Verbrauchern nicht der Eindruck erweckt werden, das Lebensmittel besäße Eigenschaften (z.B. eine medizinische Wirkung), die tatsächlich gar nicht vorliegen.

Zusätzliche Anforderungen für den Fernabsatz
Im Fernabsatz sind die Informationen bereitzustellen, bevor ein Vertrag überhaupt geschlossen wurde. Für Online-Händler dürfte das zur Folge haben, dass sie die Angaben zur Verfügung stellen müssen, bevor ihr Kunde einen Artikel in den Warenkorb gelegt hat. Denn nur so ist es dem potenziellen Käufer möglich, Lebensmittel auszuwählen, die für ihn geeignet sind. Die Kennzeichnung sollte daher innerhalb der Detailbeschreibung des Artikels erfolgen. Zudem dürfte es sich bei den meisten Pflichtinformationen um „wesentliche Eigenschaften“ der Ware im Sinne des Gesetzes handeln, die der Verbraucher ebenfalls an dieser Stelle erwartet.

Information vor Vertragsschluss und bei Warenlieferung erforderlich
Nicht vor Vertragsschluss ist das Mindesthaltbarkeitsdatum zu nennen. Dieses muss aber – wie alle anderen Angaben ebenfalls – bei Warenlieferung übermittelt werden. Versendet der Online-Händer vorverpackte Lebensmittel, hat er diesbezüglich keinen zusätzlichen Aufwand. Denn die Kennzeichnung befindet sich auf der Verpackung, die mit dem Artikel geliefert wird. Lediglich bei unverpackten Lebensmitteln ist beispielsweise ein zusätzliches Informationsblatt o.ä., das die Pflichtangaben enthält, der Warensendung beizulegen. Aber auch eine andere Art der Übermittlung ist denkbar.

Stichtag ist der 13.12.2014
Lebensmittelunternehmer müssen die Kennzeichnungspflicht ab dem 13.12.2014 einhalten, um Abmahnungen zu vermeiden. Lediglich die Nährwertdeklaration ist erst zwei Jahre später, ab dem 13.12.2016 zwingend erforderlich. Wird sie bereits jetzt zur Verfügung gestellt, muss sie allerdings den gesetzlichen Anforderungen entsprechen.

Übergangsregelungen
Die Verordnung gewährt aber Übergangsfristen, die es Händlern erlauben, ihre Bestände auch nach dem Stichtag zu verkaufen, selbst wenn das entsprechende Lebensmittel nicht nach den genannten Vorgaben gekennzeichnet ist. Bedingung ist aber, dass das Produkt vor dem 13.12.2014 in den Verkehr gebracht bzw. gekennzeichnet wurde. Entsprechende Waren müssen also nicht vernichtet werden.

Auch künftig dürfte Handlungsbedarf bestehen
Die Verordnung enthält an vielen Stellen einen Auftrag an die Europäische Kommission, die festgelegten Pflichten regelmäßig zu aktualisieren und an neue technische und wirtschaftliche Erkenntnisse anzupassen. Es kann also künftig immer wieder erforderlich werden, die Angaben im eigenen Webshop zu aktualisieren. Sollte Handlungsbedarf entstehen, halten wir Sie natürlich darüber auf dem Laufenden.

Ihr Protected Shops Team

Das könnte Sie auch interessieren:

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

Themen


Hosting Support

Direkte Ansprechpartner, Antwort am gleichen Tag- Garantie und Support übers Festnetz. Mehr über uns erfahren: das ist ESTUGO.


1monat_vertragslaufzeit1

webhostlist_5stars


Webhoster des Jahres


Erfahrungen über ESTUGO.net Webhosting Webhosting Vergleich von hosttest.de